SV Äpfingen

1926 e. V.



76 Jahre SV Äpfingen

Mitte der goldenen zwanziger Jahre, als der Fußballsport sich zum Volkssport entwickelte, wurde in der Äpfinger Jugend wie auch in den Nachbarorten das Streben immer größer, einen Sportverein zu gründen.

  

Im September 1926 trafen sich in der Friseurstube des Gründungsmitgliedes Ernst Landthaler in der Biberacher Straße acht junge Männer und beschlossen die Gründung des Sportvereins Äpfingen.

Dies waren:

  • Anton Bronnenhuber - Vereinsvorstand
  • Franz Maier - Kassier
  • Ernst Landthaler
  • Theodor Staudenrauß
  • Alois Gerster
  • Josef Gerster
  • Georg Braunger
  • Konrad Sauter


In dem Jahr, in dem die Spielvereinigung Fürth zum zweiten Mal Deutscher Fußballmeister wurde.

Am 17. Januar 1927 wurde die erste Generalversammlung im Gasthaus Sand abgehalten,  bei der Anton Bronnenhuber als Vorstand und Franz Maier als Kassier wiedergewählt wurden. Neugewählt wurden Jakob Gerster  als Zeugwart, Hermann Zeiler als Schriftführer, Fritz Steiner und Georg Landthaler als Ausschussmitglieder.  Versammlung wurde beschlossen,

 In dieser sich dem Verband der Deutschen Jugendkraft DJK anzuschließen, sobald der Verein im Besitz eines eigenen Sportplatzes sei. Diese Niederschrift in der Vereinschronik zeigt, wie schwer es damals war, einen Platz zu bekommen, auf dem Fußball gespielt werden k

So war der Verein damals gezwungen sein Spielfeld von einer Wiese auf die andere zu verlegen, denn es konnte nur im Herbst nach der Ernte und im Frühjahr bis zum Beginn des Wachstums Fußball gespielt werden. In den Monaten April bis September konnten die Äpfinger Fußballer nur bei Nachbarvereinen spielen, die einen eigenen Sportplatz hatten.
Doch die mutige junge Garde des Sportvereins setzte beharrlich ihren eingeschlagenen Weg fort mit dem Ziel, einen eigenen Sportplatz zu erstellen. Sehr große Unterstützung erfuhr der Sportverein durch den damaligen Herrn Pfarrer Grimm.

  

Im November 1927 legte der Vereinsvorstand Anton Bronnenhuber sein Amt nieder, und so musste in einer außerordentlichen Generalversammlung eine neue Vereinsführung gewählt werden. Bei dieser Wahl wurde zum Vorstand Georg Landthaler gewählt. Die Aufgaben des Kassiers und des Schriftführers übernahm Josef Gerster. In den Ausschuss wurden berufen Jakob Gerster und Fritz Steiner, Das Amt des Zeugwarts übernahm Hans Maier. Zum Spielführer wurde Karl Hagel gewählt, der auch die Aufgabe übernahm, den Spielbetrieb mit den Nachbarvereinen aufrecht zu erhalten. Zum Abschluss des Jahres 1927 wurde in der "Rose" eine Weihnachtsfeier des Vereins durchgeführt.

Das erste Mannschaftsfoto stammt aus dem 1927 und wurde auf der Bruckwies im Ried, die damals als Sportplatz zur Verfügung stand, im März aufgenommen.

  

Im Jahr 1928 wurden bereits zwei Mannschaften zum Verbandsspielbetrieb angemeldet. Die Erste Mannschaft in der B-Klasse. Die Zweite Mannschaft in der C-Klasse.

Auf Vorschlag von Herrn Pfarrer Grimm schloss sich der Sportverein Äpfingen 1928 der Deutschen Jugendkraft an und hieß fortan DJK Äpfingen. Das Problem Sportplatz konnte auch im Jahre 1982 nicht gelöst werden, doch Herr Pfarrer Grimm und die Vereinsführung waren unentwegt im Einsatz, das gesteckte Ziel Sportplatz zu verwirklichen. In der Vereinsführung wurde die Position des Schriftführers ab November 1928 von Georg Schuhbauer übernommen.

Bereits 1929 errang die DJK Äpfingen mit einem Punktekonto von 16:4 einen Meistertitel in ihrer Spielgruppe. Eine Mannschaftsaufstellung sei hiermit aus dem Jahre 1929 in Erinnerung gerufen:

Steinhauser G.
Steinhauser O.      Hagel K.
Maier G.      Sauter K.      Mayer H.
Ölmaier      Staudenrauß T.      Hagel J.      Schuhbauer   Gugenmoser
 

Bei den DJK-Gautreffen Riß-Donau am 26.05.1929 errang Georg Braunger beim 4000 m Waldlauf den 1. Platz.

Im Protokoll liest sich das so:
"An einem schönen Sonntagmorgen marschierten wir mit Gesang nach Maselheim, wir zogen mit starkem Mut ins Maselheimer Dörfchen ein, um ½ 9 Uhr war allgemeiner Gottesdienst für D.J.K. Nach dem Gottesdienst zog der ganze Zug hinauf in die freie Natur, hinaus in den Wald, wo alsbald die Waldläufe stattfinden. Im 4000 Meterlauf in der Klasse A starten 22 Läufer davon von unserer Abteilung auch 3 Läufer, mit spannenden Augen warten die Zuschauer wer wird erster Sieger werden alsbald ertönte das Kommando. Jetzt galt nur noch vorwärts, vorwärts ging´s bald Land auf, bald Land ab, bald nach links, bald nach rechts, so kamen wir immer näher ans Ziel, jeder bewegte die Beine so schnell er konnte als erster Sieger ging hervor Braunger Georg, 4. Sieger Staudenrauß Theodor, 7. Sieger Sauter Konrad, je von unserer Abteilung." Eingetragen am 12.1.1930 der Schriftführer Staudenrauß Theodor

In der Klasse C, dem 1000-Meter-Lauf, wurde Josef Schuhbauer Sieger und Franz Braunger konnte den 3. Platz erringen. Mit diesen sportlichen Leistungen und Erfolgen aus dem Jahre 1929 wurde die DJK Äpfingen weit über die Nachbargemeinden hinaus bekannt.

Um die finanzielle Lage des Vereins zu verbessern, führte die DJK über die Weihnachtstage 1929 und an Neujahr 1930 im Gasthaus zur Rose eine Theateraufführung durch. Zur Aufführung kamen das Hauptstück "Am Marterlsteg" und drei Lustspiele mit den Titeln "Das große Los", "Der Advokat will die Ochsen melken" und "Der Spatz".

An Dreikönig 1930 wurde folgende Vorstandschaft neugewählt:

Vorstand: Georg Landthaler
Schriftführer: Theodor Staudenrauß
Kassier: Alois Gerster
Zeugwart: Theodor Staudenrauß
Im Ausschuss war Herr Pfarrer Grimm (Präses), Georg Braunger, Karl Hagel und Otto Steinhauser

Diese Vorstandschaft blieb auch im Jahre 1931 bestehen und führte den Verein beharrlich seinem Ziel "Sportplatz" entgegen. Die aktiven Mannschaften spielten in den Jahren 1930 - 1931 mit wechselndem Erfolg.

Am 14.02.1932 wurde die Generalversammlung im Gasthaus zur Rose abgehalten, bei der die Vereinsführung neu gewählt wurde.
1. Vorstand: Georg Landthaler
2. Vorstand: Konrad Sauter
Kassier: Alois Gerster
Schriftführer: Josef Schuhbauer
Ab Juni 1932 übernahm das Amt des Schriftführers das Mitglied Josef Gerster und das Amt des Kassiers wurde H. Mayer übertragen. Zeugwart Theodor Staudenrauß

Im Juli 1932 konnte dann endlich nach intensiven Bemühungen und tatkräftiger Mithilfe von Pfarrer Grimm ein eigener Sportplatz eingewiehen werden. Vom damaligen Bauer und Gemeindepfleger Franz Glaser konnte ein Grundstück gepachtet werden, das in vielen Arbeitsstunden hergerichtet wurde. Mit Pferdegespannen musste 100 Kubikmeter Boden hertransportiert werden um Unebenheiten auszugleichen

  


Zu diesem Festakt wurde in Äpfingen das erste Pokalturnier durchgeführt. Eingeladen waren die Mannschaften aus Maselheim, Steinhausen, Reute, Rot bei Laupheim, Schwendi, Untersulmetingen, Schönebürg und Kirchberg. Für die Werbespiele wurden verpflichtet Olympia Laupheim und Untermarchtal sowie Biberach und Ochsenhausen. Zu Beginn der Platzeinweihung begrüßte H. Bürgermeister Dangel im Namen der Gemeinde die Besucher und überbrachte die besten Glückwünsche an die DJK Äpfingen. Anschließend wurde von H. Pfarrer Grimm der Sportplatz eingeweiht. In einem Presseartikel von dieser Einweihung wird Herr Pfarrer Grimm wie folgt zitiert:
"Mens sana in corpore sano, heiße ein altes Sprichwort. Sport befähigt den einzelnen, sich geistig zu heben, vorwärts und aufwärts zu bringen. Treffend übertrug er die Aufgaben der einzelnen Spieler auf das leben. Der Stürmer solle auch im Beruf vorwärts und aufwärts streben und das letzte Ziel im Auge haben. Der Verteidiger müsse seine persönliche ehre schützen, seinen Charakter erhalten. Der Torwart sei ständiger Wächter, denn in der Jugend gibt es sehr viele Feinde, auf die er sein wachsames Auge richten müsse" Anschließend wurde auf dem Sportplatz das Pokalturnier durchgeführt. Den ersten Platz erreichte die Mannschaft aus Schönebürg, den zweiten Platz belegte die Mannschaft aus Rot bei Laupheim, dritte wurde die Mannschaft aus Maselheim und den vierten Rang konnte die Mannschaft aus Schwendi erreichen.. Die Werbespiele (Propagandaspiele) wurden vor ca. 300 Zuschauern, die sich am Bahndamm niedergelassen hatten, durchgeführt. Biberach konnte sich mit 3:2 gegen Ochsenhausen und Laupheim mit 6:4 gegen Untermarchtal durchsetzen. Zum Abschluss dieses großen Festes der DJK Äpfingen war im Vereinslokal "zur Rose" um 19.00 Uhr die Siegerehrung.

Noch eine kleine Anekdote:
Aus einer Spielerversammlung im November 1932 im Gasthaus Becken wird folgendes protokolliert: " .... Betreffs Aufstellung kam es zu einer heftigen Debatte und langem hin und her. ... Der Spielführer bat nun seine Spieler sich zu den bevorstehenden Verbandsspielen mit dem Rauchen etwas zurückzuziehen, es wurde nun eine Zeit festgelegt und zwar von morgens 10 Uhr ab hoffe er, dass er keinen mehr von seinen Spielern antreffen müsste mit einer Zigarette."
Im Jahr 1933 konnte der Verein am 12.02. eine eigene Fahne einweihen, die leider in den Kriegswirren verloren ging.
Auch gibt es davon leider kein Foto.
In der Vereinschronik ist diese Fahnenweihe wie folgt zitiert: "Mit goldenen Lettern gehört diese Feier in die Annalen der Geschichte der DJK Äpfingen niedergeschrieben".

1933 wurde aufgrund der damaligen politischen Situation die DJK aufgelöst und der Verein trat dem Deutschen Fußballbund bei und hieß fortan wieder Sportverein.

Das Jahr 1934 war für den Verein das schwierigste seit der Vereinsgründung. Durch die politische Entwicklung, Einzug der jungen Männer zum Arbeitsdienst und zum Reichsheer wurde die Basis des Vereins so geschwächt. So wurde in der Vereinschronik folgendes vermerkt: "Der Sportplatz ist allmählich verwaist und das Treiben in unserem Verein scheint ruhiger zu werden. Im letzten Vierteljahr rührte sich nichts mehr und man konnte glauben, wir wären in den Ruhestand versetzt worden." Der Verein wurde im Jahre 1934 geführt von:
Vorstand: Georg Landthaler
Kassier: Max Hartle
Schriftführer: Gebhard Hepp
Zeugwart: Theodor Staudenrauß

  


Das Jahr 1935 kann nur noch die Generalversammlung am 17.02. im Gasthaus zur Rose in der Chronik aufweisen. In der Niederschrift derselben ist festgehalten, dass Georg Landthaler zum Vorstand gewählt wurde, Max Hartle das Amt des Kassiers übernahm, Gebhard Hepp zum Schriftführer bestimmt wurde und Theodor Staudenrauß den Posten des Zeugwarts übernahm und dass 8 aktive Spieler im vergangenen Jahr zum Reichsheer eingezogen wurden. Somit war für den Verein die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs wegen der fehlenden Spieler nicht mehr möglich.

Von 1935 bis 1946 ruhte der Verein.

Nachdem sich Anfang 1946 wiederum engagierte Sportpioniere getroffen hatte kam es am 15. April 1946 zur Neugründungsversammlung im Gasthaus Sand. Folgende Personen waren bei der Versammlung:

  


Der ursprüngliche Sportplatz stand dem Verein nicht mehr zur Verfügung.
Von der Witwe Kästle konnte am Ortsausgang Richtung Laupheim ein Grundstück als Sportplatz gepachtet werden. Allerdings stand dieser Sportplatz dem Verein erst nach der Heuernte zur Verfügung.

In einer bescheidenen Feier - in Anbetracht der schwierigen Zeit nach dem Krieg und der finanziellen Nöte - wurde der Sportplatz bereits im Sommer 1946 eingeweiht.

  

Mehr als 30 Jahre bis 1980 war dies der Sportplatz des SV Äpfingen.

In den ersten Nachkriegsjahren spielten bis zur Gründung eigener Vereine viele Spieler aus Baltringen und Sulmingen in den Äpfinger Mannschaften. Die spielerischen Erfolge in der B-Klasse konnten sich sehen lassen.


Bei der Generalversammlung am 30.03.1947 wurde Gebhard Hepp zum Vereinsvorstand gewählt, der dann die Aufgaben des Vereins bis Ende des Jahres 1947 wahrnahm. Das Jahr 1948 war für den Verein sehr turbulent. Am 17.01.1948 wurde zum Vorstand Wilhelm Elsässer gewählt, der diese Position aber nur bis zum 12.06.1948 inne hatte, Von diesem Tag an wurde durch Beschluss der Generalversammlung der Verein von Josef Glaser als Vorstand und von Franz Baur als seinem Stellvertreter geführt.

Ab der Generalversammlung im Jahre 1949 wurde der Verein von Josef Schuhbaur als Vorstand und Franz Baur als seinem Stellvertreter geführt. In den folgenden zwei Jahren hatte der Verein seine schwerste Zeit. Durch die Gründung von Sportvereinen in Sulmingen und ein Jahr später in Baltringen und den Weggang der jeweiligen Spieler aus Sulmingen und Baltringen musste ein totaler Neuaufbau gemacht werden. Vor allem dem Verdienst vom stellvertretendem Vorsitzenden Franz Baur ist es zu verdanken, dass der Verein in dieser Zeit nicht aufgelöst wurde. Es ist verständlich, dass die Leistungen der Äpfinger Mannschaften in diesen Jahren des Neuaufbaus nicht besonders gut waren, und man war gezwungen, in der untersten Spielklasse (C-Klasse) zu spielen. Doch der Wille und die Bereitschaft der Vereinsführung wie auch der Mannschaft nach "oben" zu kommen, wurde immer stärker und machte sich auch bald in Spielerfolgen bemerkbar.

Die Vereinsführung wechselte im Jahre 1951 wieder. Bei der Generalversammlung am 14.04.1951 wurde Bürgermeister Albert Lerner zum Vorstand und Franz Baur zum Stellvertreter gewählt. Ab diesem Jahr ging es mit dem Verein, vor allem in den spielerischen Leistungen, bergauf. Erwähnt werden muss hier, dass diese Vorstandschaft zwei Jahrzehnte den Verein führte und ihn ganz an die Spitze im Kreis Biberach brachte!

Der sportliche Aufstieg der Äpfinger Fußballer begann 1956 mit dem Aufstieg in die B-Klasse und dem Beginn einer intensiven Jugendarbeit unter der hervorragenden Leitung von Jugendleiter und Jugendtrainer Josef Müller. Dieser Jugendarbeit ist der steile Aufstieg des Sportvereins zuzuschreiben.

1957 gelang der Durchmarsch in die A-Klasse. In der folgenden Spielrunde 1957/1958 konnte der Verein auf Anhieb Herbstmeister der A-Klasse werden, doch zum Meistertitel reichten die Leistungen in der Rückrunde nicht aus. Das Ziel, die A-Klasse zu erhalten, wurde jedoch glänzend erreicht.

Mit sehr großer Unterstützung von Hugo Enderle wurde 1958 bei einem der ersten Vereine in der Umgebung eine Sportplatzbeleuchtung angebracht. Damit konnte der SV ganzjährig trainieren.

Im Jahre 1959 spielte die Mannschaft in der A-Klasse mit wechselndem Erfolg und musste mit einem Mittelplatz in der Tabelle zufrieden sein. Im Spielbetrieb waren zwei aktive Mannschaften. Besonders zu erwähnen ist der dritte Sieg des Wanderpokalturniers hintereinander. Damit gewann die Äpfinger Mannschaft den vom SV Baltringen gestifteten Wanderpokal.

1960 war ein sehr schwieriges Jahr für den SV Äpfingen und der Klassenerhalt in der A-Klasse war stark gefährdet. Der Retter aus dieser schlechten Lage war Georg Braun, der vom SV Maselheim zum SV Äpfingen wechselte, und dies, obwohl er schon 42 Lenze zählte. Diese Spielerpersönlichkeit verdient es, in dieser Chronik besonders erwähnt zu werden. Er spielte trotz seines Alters über 14 Jahre für den SV Äpfingen, und nur durch einen schweren Unfall musste er 1974 seine aktive Laufbahn beenden.

  


Nach Beendigung der Saison 1960/1961 konnte der SV Äpfingen nach seiner Misere in der Vorrunde einen stolzen 5. Platz in der Tabelle vorweisen. Die Reserve-Mannschaft wurde vor Wacker Biberach Meister in dieser Spielrunde. Unter hervorragenden Trainerleistungen von Karl Kühner aus Baustetten wurde das Spieljahr 1961/1962 mit zwei Mannschaften abgeschlossen. Die 1. Mannschaft und auch die Reserve-Mannschaft wurden Meister in der A-Klasse "Riß". Damit war das große Ziel II. Amateurliga Oberschwaben erreicht.


Doch die junge, noch unerfahrene Äpfinger Mannschaft war den Giganten aus der damaligen II. Amateurliga nicht gewachsen und musste nach einem Jahr wieder in die A-Klasse absteigen. Dieser Abstieg brachte aber nicht den Verfall der Mannschaft, wie befürchtet wurde, sondern er war Ansporn und Zielsetzung für die Zukunft, wieder in diese Klasse aufzusteigen.


Das Ziel Aufstieg wurde 1963/1964 nicht erreicht. Nachdem Tannheim und Äpfingen nach Beendigung der Spielrunde punktgleich waren, musste ein Entscheidungsspiel angesetzt werden, das die Äpfinger im Stadion der Stadt Biberach unglücklich mit 1:0 verloren.

Das Spieljahr 1964/1965 war für die Äpfinger ein Jahr des Neuaufbaues. Die neuformierte Mannschaft konnte sich einen guten sechsten Tabellenplatz erkämpfen.

Nach der Erringung der Herbstmeisterschaft 1965/1966 hatten die Äpfinger nur ein Ziel vor Augen, Aufstieg in die II. Amateurliga. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Nachbarverein SV Baustetten konnte der Titel nach einem knappen 3:2-Sieg errungen werden. Damit war das Ziel Amateurliga wieder erreicht. Zwei Wochen später mussten die Äpfinger im Endspiel des Verbandspokals wieder gegen Baustetten antreten und verloren nach einer mäßigen Leistung auf dem Mietinger Platz mit 0:3 Toren. Einen zweiten Titel erreichte der SV Äpfingen mit der Reservemannschaft, die den Meister, aber erst in einem Entscheidungsspiel gegen den SV Steinhausen, unter Dach und Fach brachte.

Aus diesen Jahren existiert ein Foto der damaligen A-Jugend Meistermannschaft des Spieljahres 1965/1966, aufgenommen auf dem alten Sportplatz am Saubach mit Blick auf den damals noch unbebauten Schießberg. Interessant ist, dass 3 Spieler von dieser Mannschaft jetzt auf diesem Schießberg wohnen. Robert Manz unser Ortsvorsteher, Werner Hepp und Josef Müller.

Interessant auch die Zuschauer im Hintergrund, die in dieser Zeit vom Sportplatz nicht wegzudenken waren und ich glaube auch der Standort, die Sitzanordnung und die Haltung haben sich bei den älteren von uns so im Gedächtnis eingeprägt. Es handelt sich von links um August Steiner, Frieda und Herbert Wyrwich.
 

Die Jahre 1967 bis 1970 waren mit zwei 5. Und einem 4. Platz in dieser Klasse die erfolgreichsten Jahre der Äpfinger Fußballer.


Viele von uns erinnern sich sicher noch an einen ganz besonderen Zuschauer aus dieser Zeit, ich bezeichne ihn heute Abend als den treuesten Fan des SV Äpfingen, weil auf seine Anwesenheit auf dem Sportplatz trotz besonderer Umstände immer Verlass war und ganz besonders wegen seiner positiven Grundeinstellung. Er war einer der wenigen Zuschauer, die nicht auch einmal Spieler der eigenen Mannschaft kritisiert haben sondern ein Spiel bis zum Ende immer optimistisch betrachtet haben; bekannt durch seinen Anfeuerungsruf "Äpfingen vooor" und durch seinen eigenen Stil beim Torjubel für Äpfingen bekannt war - mit hocherhobenen Armen eine kleine Runde im Sportplatz. Karl Pflumm aus Heggbach, der dort heute leider aus gesundheitlichen Gründen sehr zurückgezogen lebt.


In diesen Jahren der sportlichen Erfolge wurde für den Äpfinger Verein das Problem Sportplatz und Turnhalle immer aktueller. Die Gastvereine und der Fußballverband beanstandeten die nicht ausreichenden Platzabmessungen immer wieder, und auch die Umkleidemöglichkeiten wurden beanstandet. Doch alle Mühen, diese Ziele zu realisieren, waren zunächst erfolglos. Die Flurbereinigung und der Ausbau der B30, mit deren Verwirklichung das Gelände beschafft werden sollte, rückten durch die Finanzierungslücken des Staates immer in weitere Ferne.

Im fünften Jahr der Zugehörigkeit zur Amateurliga mussten die Äpfinger wieder in den bitteren Apfel beißen und in die A-Klasse absteigen. Dazu muss erwähnt werden, dass der Abstieg nach 32 Spielen mit 28:36 Punkten erfolgte. Mit diesem Punktekonto wäre man im Normalfall gerettet gewesen, doch mit dem verschärften Abstieg (4 Absteiger) musste man sich abfinden.

1971 wurde nach einer turbulenten Generalversammlung Hans Ströbele zum Vorstand gewählt. Ein Sonderausschuss wurde gegründet, der die Grundstücksverhandlungen für eine Turnhalle und für einen neuen Sportplatz führte. Im Jahre 1972 konnte dann auf dem Schießberg das notwendige Gelände durch die Gemeinde gekauft werden, auf dem heute die Mehrzweckhalle steht und der neue Sportplatz liegt. Die Gemeindeverwaltung unter der Führung von Bürgermeister Albert Lerner setzte nun in den Jahren 1972 und 1973 die Finanzierung dieses Projektes durch und im Jahre 1974 wurde mit den Baumaßnahmen begonnen. Der Weitblick der damals Verantwortlichen war der Grundstock für das heutige Sportgelände hier, das in der Gesamtanlage zu den komplettesten in der Umgebung gehört.

Bei der Generalversammlung 1974 wurde Anton Hagel zum Vorsitzenden gewählt. Die Vereinsführung setzte sich damals wie folgt zusammen:

Vorsitzender Anton Hagel
2. Vorsitzender Josef Hepp
Kassier Robert Manz
Jugendleiter Gerd Seifried und Franz Bochtler
Beisitzer Franz Egger, Friedbert Laack, Franz Ogger, Josef Reuter, Hubert
Steiner und Dieter Weik


1975 wurde zum ersten Mal beim Schützenfest die alte Stadtbierhalle bewirtschaftet und es begann die Zeit der großen Baumaßnahmen.

1976 wurde im gleichen Jahr nachdem im Januar die Turnhalle eingeweiht wurde der neue Sportplatz hier neben der Turnhalle fertiggestellt und eingeweiht. Pünktlich zum 50-jährigen Bestehen des Vereins.

Mit dem Turnhallenbau konnte sich der Verein vom reinen Fußballverein in Richtung Breitensport entwickeln, wovon der SV auch rege Gebrauch machte. Es entstand eine Tischtennisabteilung und Frauen- und Herrengymnastikgruppen.

Prägende Personen in der Gruppe Frauengymnastik waren anfangs Lucia Hepp und später vor allem Rosa Landthaler als Gruppenleiterinnen und bis heute noch Gisela Hepp, die Anfang 2001 für ihre 1000ste Übungsstunde im Kreise ihrer Turnerfrauen geehrt wurde. Die Gruppe Herrengymnastik unter Schorsch Burkhardt , dann Walter Mundstock, wird heute von Josef Müller geleitet. Die Gruppe wird auch als Freitagsfußballer bezeichnet, weshalb auch die Fußballabteilung mittlerweile Anspruch auf diese Gruppe und deren Abteilungsbeiträge erhebt.

Einen großen Erfolg erzielte die Fußballmannschaft 1980 mit dem Gewinn des Bezirkspokals.


Im gleichen Jahr wurde Deutschland Europameister, 2:1 in Rom gegen ... (Belgien), Torschütze zweimal Horst, nämlich Hrubesch; Torschützen für den SV Äpfingen zweimal Hanne, nämlich Guggenmoser und - Krebs, der damalige Spielertrainer.

Fast genau im 5-jahresrythmus ging es mit den Baumaßnahmen weiter. 1981 mit den Tennisplätzen, dem Vereinsheim 1986 und dem Trainingsplatz 1991 sowie dem Spielplatz im Rahmen des Projekts familienfreundlicher Sportplatz - etwas verspätet - im Jahr 1998 und im Rahmen des Turnhallenanbaus mit Bühne und zusätzlicher Umkleideeinheit 2002 können wir einen vereinseigenen Gymnastikraum fertig stellen.

Bald darauf begann jedoch der steile Abstieg der Fußballer mit dem Abstieg in die Kreisliga A im Jahr 1983 , der trotz Aufbietung eines hochklassigen Spielers zur Rückrunde nicht verhindert werden konnte, und dem Abstieg in die Kreisliga B im Jahr 1986 mit einem denkwürdigen letzten Spiel in Äpfingen gegen Ellwangen an dem Wochenende vom ebenso denkwürdigen Zeltfest des Gesangvereins zum 100-jährigen Bestehen.

Eine lange Durststrecke musste hinter sich gebracht werden, ehe 1994/1995 unter Meistertrainer Paul Mayer der Aufstieg in die Kreisliga A geschafft wurde. In einem spannenden Schlussspurt im Spiel gegen Laubach sicherte sich diese Mannschaft den Titel.

In der darauffolgenden Saison wurden dann für den Klassenerhalt gleich 3 verschiedene Trainer benötigt. Mehrere Jahre trainierte Hartmut Denz als Spielertrainer die Mannschaft mit gutem Erfolg. Nach dem überraschenden Weggang von Bernd Pfisterer trainiert nun Hubert Bammert die Mannschaft. Sie liegt derzeit auf einem noch etwas wackligen (- sicheren-) Nichtabstiegsplatz der Kreisliga A.

Vervollständigt wurde der Kader durch die Reservemannschaft.


Ja, das sind die Ergänzungsspieler der 1. Mannschaft, nicht die Alten Herren, mit einem Durchschnittsalter in den Spielen von 30 bis 33 Jahren handelt es sich hier um eine sehr erfahrene und reife Mannschaft. Mitunter ist man dann der fehlgeleiteten Meinung, dass ein 40-jähriger zwei 20-jährige ersetzt und spielt gelegentlich zu zehnt und kassiert dann fast ebenso viele Tore. Ein Problem des Nachwuchses, der jedoch nicht nur den SV Äpfingen sondern auch viele andere Vereine trifft und der langfristig wohl entsprechende Reaktion und Umdenken erfordert.

Die weiteren Entwicklungen des SV Äpfingen können aus den Chroniken der einzelnen Abteilungen entnommen werden.


Allen Mitgliedern, die in dieser Neugründungsversammlung das Wiedererstehen des Sportvereins beschlossen haben wollen wir als Sportpioniere des SV Äpfingen ganz herzlich unsere Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringen. In der Jahreshauptversammlung am 30. März 2001 wurde beschlossen diese Männer zu Ehrenmitgliedern des SV Äpfingen zu ernennen. Folgende Personen (leben noch), und wurden beim Festakt zum 75-jährigen Jubiläum am 20.05.2001 geehrt:

  • Maier Benedikt
  • Müller Josef
  • Halder Josef
  • Halder Willy
  • Guggenmoser Hans
  • Jehle Ludwig
  • Jehle Josef
  • Sandel Alfred
  • Manz Josef
  • Hess Eugen




Diese Chronik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie dient lediglich einem kurzen Überblick über die Geschichte des Sportvereins. Die Nennung von wichtigen Personen der Vereinsgeschichte ist zufällig und nicht abschließend. Die Nennung aller wichtigen Persönlichkeiten würde den Rahmen dieser Präsentation sprengen.

Eine Chronik bis zum aktuellen Zeitpunkt ist in Vorbereitung.